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Im Interview | Nina aus dem Mainzer Wohnzimmer mit Mainz-Tipps

Mainz_Skyline

Auf der Heimreise unseres Sommerurlaubs planen wir, einen Halt in Mainz einzulegen. Die Strecke Holland – Bayern ist uns dann doch zu lange mit kleinem Kind an Board. Mainz wäre jetzt vor ein paar Jahren irgendwie niemals auf meiner Städtereise-Liste gelandet, aber seit ich Nina letztes Jahr auf einem Bloggertreffen kennen gelernt habe, ist es irgendwie interessant geworden. Nina bloggt nämlich aus dem Mainzer Wohnzimmer, ihrem Blog über Mainz. Sie ist eine Frohnatur – liebt es, über ihre Stadt zu schreiben und teilt außerdem ihre Gedanken zum Mama-sein. Ich habe sie kurzfristig gefragt, ob sie nicht ein paar Tipps für mich hätte.

 

Mainz_Altstadt

Liebe Nina, wahrscheinlich kommen wir genau zur Abendessenszeit in Mainz an. Wo können wir mit Kind gut und gemütlich essen gehen?

Grundsätzlich ist Mainz eine relativ kinderfreundliche und offene Stadt. Ich denke, es gibt wenige Orte, an denen man sich mit Kind unwohl fühlt. Eines meiner Lieblingslokale ist definitiv das Heilig Geist. Das liegt mitten in der Altstadt nur wenige Meter vom Dom entfernt. Das Ambiente ist spektakulär und das Essen fantastisch. Leider ist es aber nicht allzu sehr auf Kinder ausgerichtet. Ich wollte es jedoch nicht unerwähnt lassen.

Leckeres italienisches Essen gibt es beispielsweise im Ristorante alCortile. Das ist mitten in der Altstadt in einer Seitenstraße der Augustinergasse. An einem Wochenende ist ggfs. eine Reservierung sinnvoll. Ganz urig und deftig kann man auch in der Weinstube Rote Kopf essen und trinken gehen. Hier herrscht gemütliches Weinstuben-Ambiente zwischen Backsteinen. Ich mag es sehr gern.

Sollte das Wetter gut sein, hat der Hof Ehrenfels einen ganz tollen Außenbereich. Hierbei handelt es sich auch um ein Weinhaus, wie so häufig in der Mainzer Altstadt. Ich selbst war noch nie da, habe aber schon Gutes gehört und der Außenbereich sieht wirklich wunderschön aus. Auch das Weinhaus liegt sehr zentral in einer Seitengasse der Augustinergasse.

Am Ende der Augustinergasse liegt noch das Oma Else. Das ist weniger traditionell, sondern eher auf jüngeres Publikum ausgerichtet. Hier kann man auch schön draußen sitzen, es gibt nette Kleinigkeiten und auch eine Kinderkarte.

Die Vorschläge beziehen sich jetzt alle auf die Altstadt, da man ja als Besucher meist dort wohnt und möglicherweise nicht allzu lange Wege haben möchte, vor allem mit Kind. In der Neustadt gibt es ebenfalls schöne kleine Lokale.

 

Mainz_Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz

Wir benötigen noch ein Hotel für eine Nacht. Ich weiß, als Einheimischer übernachtet man eher selten in der eigenen Stadt. Kannst Du uns dennoch etwas empfehlen?

Das ist in der Tat schwierig. Und leider habe ich den Eindruck, dass es in Mainz an individuellen Übernachtungsmöglichkeiten mangelt. Zentral und wirklich beeindruckend ist das Hyatt. Direkt am Rhein gelegen, hat man von dort eine wundervolle Aussicht. Das ist allerdings eher eine Option, wenn man sich mal etwas gönnen möchte. Direkt im Volkspark gelegen und mit toller Aussicht ist das Hotel Favorite. Von da geht man allerdings ein Stück in die Altstadt. Sollte man aber länger dort sein und mit Kind, ist die Nähe zum Volkspark und zum dortigen (Wasser-)Spielplatz ein Pluspunkt.
Eine tolle und besondere Unterkunft ist auf jeden Fall ist der Turm Fort Stahlberg. Hier ist allerdings der Weg ein bißchen länger. Für eine Nacht würde ich das aufgrund der Entfernung (und mit Kind) eher nicht empfehlen.

Uriger geht es wahrscheinlich im Hof Ehrenfels zu. Der liegt mitten in der Altstadt. Ich kenne es allerdings nur vom Vorbeilaufen.

 

Mainz_St. Stephan von hinten
Am nächsten Tag planen wir, den Vormittag noch in der Stadt zu verbringen, bevor wir nach dem Mittagessen die Heimreise antreten. Was schlägst Du uns vor, wenn wir noch nie in Mainz waren? Ein bisschen Sightseeing, eine nette Straße zum Bummeln mit netten Deko-Geschäften für mich und vielleicht einem schönen Spielwarenladen?

Eigentlich würde ich immer eine kleine Stadtführung vorschlagen. Die dauert ca. 2 Stunden und führt einen eine kurze Runde durch die Altstadt. Es gibt einige sehr unterhaltsame Reiseführer, da verfliegt die Zeit.

Ansonsten macht ein kleiner Rundgang durch die Innenstadt auf jeden Fall Sinn. Da Mainz von seiner Größe relativ überschaubar ist, kann man Bummeln und Sightseeing ganz gut miteinander verbinden. Wer sich zum Beispiel für Kirchen interessiert, kann hier tatsächlich an jeder Ecke fündig werden.

Ein Besuch des Doms mit seinem wunderschönen Kreuzgang gehört ja irgendwie zum Pflichtprogramm. Hinter dem Dom beginnt auch die Augustinergasse. Dabei handelt es sich um den Kern der Altstadt mit vielen historischen Fachwerkhäusern, kleinen Geschäften und unzähligen Weinlokalen in den Seitengassen. Hier lohnt es sich einfach auch mal links und rechts einen kleine Abstecher zu machen. Kleiner Geheimtipp für alle Eltern: am Ende der Augustinergasse ist in einem Hinterhof ein toller Spielplatz. Man geht an den zwei Kneipen vorbei, dort geht eine Einfahrt in den Hinterhof. Viele kennen diesen Spielplatz am Hopfengarten gar nicht.

Außerdem sehenswert ist natürlich der Schillerplatz mit seinem imposanten Fastnachtsbrunnen. Hier kann man mit Kindern jede Menge kleine Figuren entdecken. Von dort aus führt an den Straßenbahnlinien entlang die Gaustraße den Berg hoch. Die Gaustraße hat sich in den vergangenen Jahren wahnsinnig entwickelt und man findet dort einige kleine Geschäfte sowie Gastronomie für das jüngere Publikum. Für Eltern ist zu Beginn der Strampelwicht – ein ökologisch ausgerichtetes Kindergeschäft – ein toller Anlaufpunkt. Genauso wie der kleine Buchladen.

Einige Meter weiter kommt mein Lieblingsgeschäft Fuchs & Bente. Ich nenne es immer den Blogger-Einrichtungsladen. Ich denke für jeden, der sich gerne mit Einrichtung und Dekoration beschäftigt, ein must-go! Gegenüber gibt es ein schönes Cafe, das Dicke Lilli, Gutes Kind sowie die Kaffeekommune daneben. Die Dicke Lilli ist übrigens auch eine schöne Möglichkeit für einen kleinen Snack oder ein Mittagessen.

Wenn ihr jetzt noch ein paar Meter weitergeht, kommt ihr zu St. Stephan. Diese Kirche wird auch bei Stadtführungen niemals ausgelassen, denn sie sticht durch ihre blauen Chagall-Fenster hervor. Ich persönlich finde es gar nicht allzu schön, aber es sieht natürlich sehr faszinierend aus.

Mehr ist an einem Vormittag mit Kind wahrscheinlich nicht machbar. Achso, was man nicht verpassen sollte, ist wenigstens mal kurz an den Rhein zu gehen. Vom Dom aus sind das nur 500 Meter. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann am Rhein ganz tolle und lange Spaziergänge machen. Ich liebe das…

Achso, samstags ist übrigens großer Wochenmarkt vor dem Dom. Hier trifft sich halb Mainz zum sogenannten Marktfrühstück. Weck, Woscht un Woi ist da Pflicht. Aber auch ohne Fleischwurst und Wein ist der Wochenmarkt ganz großartig viel vielfältig. In etwas kleinerer Form findet er außerdem dienstags und freitags statt.

 

Mainz_Wochenmarkt am Dom

Mainz_Wochenmarkt und Markthäuser

Wo könnten wir abschließend noch ein leichtes Mittagessen bekommen?

Es gibt in der Altstadt unzählige kleine Cafés. Im Grund kann man sich an jeder Ecke irgendwo fallen lassen.
Je nachdem wo ihr gerade seid empfehle ich gerne folgendes: Am Ende der Augustinergasse findet ihr das Oma Else. Hier gibt es eine leckere kleine Karte und man kann ganz wunderbar draußen und drinnen sitzen. Hier gibt es übrigens auch eine Kinderkarte.

Solltet ihr gerade in der Gaustraße unterwegs sein, würde ich ins Dicke Lilli, Gutes Kind gehen. Hier ist es häufig allerdings sehr voll. Alternativ gehen wir auch gerne ins Café am Ballplatz oder ins Lomo. Das ist am unteren Ende der Gaustraße etwas versteck hinter den Häusern am Ballplatz. Dort sitzt man sehr schön und ruhig draußen.

Sofern ihr in der Umgebung des Doms seid, dann ist das Hintz & Kuntz sehr schön. Auch hier kann man gut draußen oder drinnen sitzen. Gerade in dieser Woche neu eröffnet hat in den Markthäusern gegenüber des Doms ein Restaurant namens Wilma Wunder. Hier war ich allerdings bislang noch nicht.

Das waren soweit meine Tipps für einen Kurzbesuch in Mainz. Diese Stadt hat sich in den letzten 10 Jahren aber wahnsinnig entwickelt, weshalb man hier locker auch einige Tage verbringen kann. Es gibt eine wahnsinnig große junge Gründerszene mit unzähligen Neueröffnungen in den letzten Jahren. Inzwischen komme ich mit dem Testen gar nicht mehr hinterher. Gerade auch in der Neustadt gibt es wahnsinnig viel zu entdecken. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß und hoffe, dass euch der Kurzbesuch so neugierig macht, dass ihr bald wiederkommt.

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Liebe Nina, ich danke Dir ganz herzlich für dieses doch sehr spontane Interview und freue mich sehr auf einen Besuch in Deiner Herzensstadt.

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