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Von schlauen Sätzen, die man in der Schwangerschaft um die Ohren geschlagen bekommt und das einfachste Apfel-Zimt-Schnecken-Rezept

das einfachste Rezept für Apfel-Zimt-Schnecken

“Genießt nochmal die Zeit zu zweit!” oder “Schlaft nochmal viel vor!” – wie ich diese Sätze in der ersten Schwangerschaft gehasst habe. So oft habe ich sie von Eltern damals gehört und mir irgendwie immer gedacht, dass die der Meinung sind, dass danach alles viel schlechter mit Kind ist. Heute, mit einem Kind, kann ich die Sätze an sich schon verstehen, verstehe aber immer noch nicht, warum man einer werdenden Mama, die ihr erstes Kind bekommt, diese Sätze sagt. In erster Linie freut die sich doch auf ihr Kind. Ich jedenfalls konnte es kaum erwarten, bis ich ein Baby im Arm halten durfte. Und die Ratschläge, nochmal ordentlich viel zu schlafen waren sowas für den A… – ich konnte einfach nicht schlafen. Hatte so schlimme Symphysenschmerzen und Schwangerschaftsschnupfen, dass ich ab der Hälfte der Schwangerschaft wirklich jeden Morgen froh war, wenn die Nacht vorbei war.

Jetzt in meiner zweiten Schwangerschaft sehe ich das alles natürlich wieder ein bisschen anders. Ich schlafe dieses Mal viel, auch mal nach dem Mittagessen – aber nicht um vorzuschlafen, sondern weil ich einfach so k.o. bin und Schlaf brauche. Ich weiß, was manche Eltern mit “Genießt nochmal die Zeit zu zweit!” gemeint haben. Ja, wenn man sich nicht aktiv drum kümmert, dass es “kinderfreie” Tage gibt, dann gibt es wohl Pärchen, die die Zeit zu zweit vermissen. Wir haben das große Glück, dass die Großeltern nicht weit weg sind und der kleine Mann jede Woche einen Oma-Opa-Tag hat. Das bedeutet dann entweder einen Nachmittag für mich alleine, oder am Wochenende einen Pärchen-Tag. Auch wenn wir die Tage nicht immer romantisch auf der Couch verbringen, ist es toll, Sachen ohne Kind erledigt zu bekommen oder auch einfach mal gemütlich zu ratschen beim Essen.

In der zweiten Schwangerschaft jetzt sagt irgendwie niemand, dass wir die Zeit nochmal genießen sollen. Ich höre eher immer wieder:

“Ach, ein Kind ist kein Kind!”

Das ist mein Hass-Satz unter den Hass-Sätzen. Und ich hoffe so sehr, dass ich ihn nie nie niemals sagen werde, auch wenn ich es mir vielleicht manchmal denken werde. Ich finde ihn unglaublich verletzend gegenüber dem Einzelkind und gegenüber den Eltern. Vielleicht bekommen manche Elternpaare kein zweites Kind, weil ihr Leben mit einem Kind für sie so anstrengend ist, dass sie sich nicht vorstellen können, wie sie ein Leben zu viert jemals meistern sollen? Vielleicht können sie kein Kind mehr bekommen? Vielleicht sind sie auch einfach nur gerne Eltern eines einzelnen Kindes? Aber ein Kind ist ja kein Kind. Also sind sie auch keine Eltern, oder wie? Herrje, ich könnt mich so aufregen und ewig weiter schreiben. Vielleicht mach ich das auch nochmal getrennt. Wenn ich dann zwei habe. Mal sehen ob ich dann auch anders denke.

Was ich aber eigentlich sagen wollte:

Warum sagt denn niemand: “Genießt nochmal die Zeit zu dritt!”?

Ich erwische mich nämlich zur Zeit selbst ganz oft dabei, dass ich Momente mit dem kleinen Mann richtig aufsauge. Dass ich bewusst Apfel-Zimt-Schnecken backe und wir einen extra-gemütlichen Sonntagnachmittag zusammen verbringen. Kastanienmännchen basteln. In aller Ruhe mit meinem Aquarellkasten malen. Einen ausgedehnten Waldspaziergang unternehmen. Extralange Geschichten im Bett lesen. Gemeinsam in aller Ruhe, mit jeder Zeit der Welt, die Spardose plündern und ein neues Schleichtier kaufen. So, als ob ich meine, dass das nach der Geburt des zweiten Kindes erst mal nicht mehr möglich ist. So als ob die Liebe dann kleiner wird und ich jetzt nochmal alles geben und einsaugen muss. Weil es eigentlich ganz schön ist, so zu dritt. Eben unser Leben, das wir uns gut eingerichtet haben. Und jetzt wird eine neue Zeit kommen, in der wir uns alle wieder finden werden müssen.

Und dann werde ich in einem Jahr diesen Text lesen und hoffentlich laut lachen, weil es dann noch schöner sein wird, Apfel-Zimt-Schnecken mit zwei Kindern zu backen. So wünsche ich mir das jedenfalls.

 

das einfachste Rezept für Apfel-Zimt-Schnecken

 

Das einfachste Apfel-Zimt-Schnecken-Rezept

Zutaten:
eine Rolle Hefeteig (fertig aus dem Kühlregal – hab doch gesagt: einfach)
2 Äpfel
Rosinen nach Belieben
1 EL Butter
40 g Rohrohrzucker
1 EL Zimt
Puderzucker

So geht’s:
Ofen nach Packungsangabe vorheizen. Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen, Äpfel schälen und in kleine Stückchen schneiden. Den Hefeteig auf der Arbeitsplatte ausrollen, mit flüssiger Butter bepinseln, mit Zucker und Zimt gleichmäßig bestreuen, allerdings an einer Längsseite einen 2 cm Streifen ohne Zimt/Zucker übrig lassen. Äpfel und Rosinen gleichmäßig verteilen, wieder auf den 2 cm Rand an der einen Seite achten. Nun Teig mit Füllung aufrollen. Der “leere” 2 cm Streifen klebt die Rolle quasi zusammen. Die fertige Rolle nun in gleich große Streifen schneiden, etwa 2-3 cm breit. Die Röllchen mit Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und ab in den Ofen. Die Backzeit richtet sich nach den Angaben auf der Hefeteig-Packung. In etwa werden das 10-15 Minuten sein. Danach aus Puderzucker und etwas Leitungswasser einen Zuckerguss anrühren und über den Schnecken verteilen. Guten Appetit.

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