Leben,So mache ich das

Neujahrs[vorsatz]gedanken

how to be happy: focus on your own shit. handlettering by blick7

Mein Motto für 2016: how to be happy:  focus on your own shit. Das sehen nicht alle so – das ist mir klar. Nachdem ich dieses Foto auf Instagram gepostet hatte, hat jemand Folgendes unter dem Bild kommentiert: „Self-centering does not lead to happiness. Caring about others does.“ Peng. Das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn ich die Zeilen lese, fühle ich mich sofort angegriffen. Vielleicht sind die Worte ja aber gar nicht böse, sondern nett mit einem Augenzwinkern gemeint. Trotzdem habe ich mich angegriffen gefühlt.

Seit Sonntagabend grüble ich, ob mein Motto ein Scheiß-Motto ist. Zu egoistisch oder gar falsch gedacht? Stimmt das vielleicht gar nicht?

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass das Motto sehr wohl sehr gut zu mir passt. Ich bin eine, die sich ganz viele Gedanken macht. Immer. Über jeden und alles. Ich hab’s gerne friedlich um mich herum und merke ganz schnell, wenn es jemandem nicht gut geht oder wenn etwas in der Luft liegt. Manchmal denke ich, dass ich das schon merke, bevor es die betroffenen Personen selbst merken. Ich habe gerne meine Familie und Freunde um mich herum, bin unglaublich glücklich, wenn ich merke, dass es allen gut geht. Ich weine Rotz und Wasser bei Fernsehfilmen oder traurigen Nachrichten im Internet. Ich habe richtig Angst bei manchen Tatortfolgen und bekomme einen halben Herzinfarkt beim Elfmeterschießen nach der Verlängerung. Ich merke, dass ich manchmal neidisch bin und dass ich mich durch das Handeln andere Personen einschüchtern lasse und an mir zweifle. [wir hatten das Thema ja schon mal…]

Ich lese schon seit ein paar Jahren keine Frauenzeitschriften mit Mädchennamen mehr. All diese Ratschläge, wie man glücklicher, schlanker, stylischer, erfolgreicher…. aber gleichzeitig mit seinem aktuellen Leben zufriedener, achtsamer, genügsamer wird. Das hat mich irgendwann so unglaublich genervt, dass ich es nicht mehr lesen konnte.

Ich lese beispielsweise auch keine Eltern-Zeitschriften und Kindererziehungsratgeber. Wir bekommen ab und zu Zeitschriften geschenkt, die andere Eltern nicht mehr brauchen. Ich lese sie aber nicht. Klar. Ich habe mir schon mal eine Mama-Zeitschrift gekauft und sie auch gelesen. Und dann ein schlechtes Gewissen bekommen. Weil ich es nicht so mache wie es in der Zeitschrift steht und weil mein Kind nicht so schläft, isst, weint, pupst und fliegt, wie es angeblich alle anderen Kinder machen. Da bin ich tatsächlich selbst überrascht, weil ich mich eigentlich eher als übervorsichtige Mutter eingeschätzt hatte, als ich noch schwanger war. Jetzt aber verlasse ich mich zu 95% auf mein Bauchgefühl und stelle fest: das funktioniert für uns echt gut.

So gut das in Bezug auf Zeitschriften lesen klappt, so schlecht klappt es aber in anderen Lebensbereichen.

Ich vergleiche mich als Bloggerin mit anderen Bloggerinnen,
ich vergleiche mich als DaWanda-Shopbetreiberin mit anderen DaWanda-Shopbetreiberinnen,
ich vergleiche mich als Mama auf dem Land mit anderen Mamas auf dem Land,
ich vergleiche mich als arbeitende Mama mit anderen arbeitenden Mamas

und:
Ich vergleiche mich als Bloggerin mit Journalisten,
ich vergleiche mich als DaWanda-Shopbetreiberin mit großen Läden,
ich vergleiche mich als Mama auf dem Land mit anderen Mamas aus der Stadt,
ich vergleiche mich als arbeitende Mama mit nicht arbeitenden Mamas

und das ist alles nicht gut.
Das macht mich verrückt.

Denn egal mit wem ich mich vergleiche, ich mache es immer anders.
Und dann beginne ich zu zweifeln.
Am Blog.
Am Shop.
Am Landleben.
Am Mamasein.

Darum konzentriere ich mich dieses Jahr nur noch auf mich. Me myself and I.

Darf ich vorstellen:
Ich bin Annette, bin Bloggerin und habe einen DaWanda-Shop – beides fülle ich mit Leidenschaft. Ich wohne mit meiner Familie auf dem Land, unweit von der schönsten Stadt der Welt und damit wir uns dieses Leben leisten können, arbeite ich für eine Architekturzeitschrift.

Und wenn es jemand wissen will:
Es ist nicht wie in diesen Hochglanzmagazinen.
Es ist der Alltag, der bei allen Familien einzieht.
Es ist eine Herausforderung.

Es ist mein Leben.
Und auf das muss ich mich konzentrieren – fokussieren.

Da der Alltag in den letzten Monaten eine echte Herausforderung für mich war, habe ich mein persönliches „Projekt Alltag“ ins Leben gerufen. In der Fastenzeit faste ich nicht im herkömmlichen Sinn, ich sehe meinen Schweinehund aber trotzdem sehr oft. Ich will mehr machen, statt immer nur davon zu reden, dass ich gerne etwas ändern würde im Alltag. Frei nach dem Motto: Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Um mich selbst ein wenig anzuspornen, dokumentiere ich ein wenig auf meinem zweiten Instagram-Account.

Und wie läuft’s bei Euch so?
Ich schicke Euch liebe Grüße,
lasst es Euch gut gehen!
Eure Annette

****
Nachtrag 11:52 Uhr:
Irgendwie habe ich vor lauter Denken und Schreiben den Bogen am Ende nicht mehr bekommen.
Was ich sagen will: Mein Motto bezieht sich auf mein Vergleichen mit anderen, was nicht heißt, dass ich nicht trotzdem ein offenes Ohr und offene Arme für andere haben kann.

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21 Kommentare

  • Antworten
    Katja von ♥ schoenstebastelzeit 
    23. Februar 2016, 09:57

    Liebe Annette…

    ..lass Dich nicht verrückt machen! Ich finde, Deinem Blog hat Deine neue Einstellung sehr gut getan! Mach Dein Ding! Und lass Dich nicht verrückt machen. Aber ja, das ist immer einfacher gesagt als getan!

    Ich hab mir auch für 2016 festvorgenommen, mich mehr an den Spruch "focus on your own shit" zu erinnern (schau mal hier: http://schoenstebastelzeit.blogspot.de/2016/01/hello-2016.html) – denn ich bin auch jemand, der sich gerne aufreibt, für andere.. Und dabei ganz viel Energie lässt. Entweder ganz oder gar nicht. Irgendwas dazwischen gibt's bei mir selten. So bin ich halt. Das kann ich auch nicht ändern.

    Und der Tag hat eben nur 24 Stunden – und wenn man selbst dabei ständig auf der Strecke bleibt, dann kann man auch nicht mit voller Energie, Herz und Liebe für andere da sein.

    Ein tolles Jahr 2016 wünsch ich Dir,
    und schick Dir liebe Grüße,
    Katja

    • Antworten
      Annette blick7
      23. Februar 2016, 10:45

      Ja eben. Wenn ich nicht mal mein Leben auf die Reihe bekomme, wie soll ich da ein offenes Ohr für andere haben? Wie witzig, dass da bei dir das gleiche Motto steht! Find ich cool!

  • Antworten
    Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter
    23. Februar 2016, 10:28

    Ach Annette… erst wenn Du glücklich bist und mit me myself and I im Einklang befindest, kannst Du, wenn Du denn möchtest, Dich auch aufopfernd um andere kümmern. Bis dahin ist me myself an I eine gute Variante. Ich ziehe das in diesem Jahr auch zum ersten Mal in meinem Leben durch. Und bis jetzt hatte ich tolle erste zwei Monate. Ich bin zwar hier und da eingeknickt, das war dann auch ok, weil ich es bewusst getan hab. Aber Grundsatz ist: erstmal an mich selbst denken. Für eine gewisse Zeit. : )
    Ganz viele liebe Grüße! Julika

    • Antworten
      Annette blick7
      23. Februar 2016, 10:46

      Wer sagt denn auch, dass es einfach ist und sofort auf Anhieb zu 100% klappt? Eben! Aber es sich immer wieder mal bewusst machen, dass man selber auch einen Plan hat. Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch anderen helfen kann und mag 😉

  • Antworten
    Anja von schoenesleben.net
    23. Februar 2016, 10:35

    Liebe Annette,
    ich habe den Kommentar am Wochenende auf Insta zufällig auch gelesen, bin darüber gestolpert und habe ein paar Minuten darüber nachgedacht. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass sich das nicht ausschließt: sich um seinen Kram zu kümmern und offenen Herzens was für Andere zu tun. Für mich heißt das: Schluss mit dem Kleinmachen, dem Vergleichen, dem Meckern. Schätzen, was man hat. Danke sagen. Mal Durchatmen. Und die freigewordene Energie zum Helfen nutzen, wenn man mag.

    Ich wünsche Dir einen schöne Woche!

    Viele Grüße, Anja

  • Antworten
    Pepper
    23. Februar 2016, 10:39

    Ich hab die Aussage deines Mottos ein bisschen anders verstanden: schau nicht auf das, was andere haben und können, sondern konzentriere dich auf das was du hast und kannst und sei zufrieden damit. Sonst wirst du nur neidisch und unglücklich.
    Der Kommentar bei Instagram macht für mich keinen Sinn, da das Motto nicht aussagt, dass du egoistisch sein willst, sondern, dass du nicht darauf achten willst, was andere machen, sondern dein eigenes Ding durchziehen willst. Und da kann ich echt nur zustimmen!

  • Antworten
    Judika
    23. Februar 2016, 12:27

    Liebe Annette,
    vergleichen ist (entschuldige das Wort) SCHEISSE.
    Gut, dass DU das schon als junge Frau gemerkt hast, ich habe das leider erst sehr spät begriffen.
    herzlich Judika

  • Antworten
    stefi licious
    23. Februar 2016, 12:45

    ach, ich kann das alles gut nachvollziehen. und ich finde auch, man sollte sich öfter vom vergleichen frei machen. aber das klappt eben nicht immer. nicht mal, wenn man sich auf sich selber konzentrieren möchte. denn, wie heißt es so schön: wir sind keine insel. und irgendwo eckt man ja immer mal an jemandem an und guckt, was der so macht. aber das kann einen ja auch vorwärts bringen und nicht nur ausbremsen.
    blubber, blubber – irgendwie ist mein faden jetzt auch verknotet. was wollte ich sagen?
    ach so – also, es ist schon spannend, dass andere den spruch so anders interpretieren. das wäre mir gar nicht in den sinn gekommen. 🙂 für mich heißt es: die eigene mitte zu finden. auch mal an sich zu denken und sich selbst nicht zu übergehen. denn nur dann kann man auch stark für andere da sein. also genau das, was du machst. da brauchst du gar nicht an dir zweifeln. wenn man immer nur auf den grünen rasen des nachbarn schaut, macht einen das nämlich auch so gar nicht glücklich. der eigene garten ist ja auch grün. nur vielleicht anders grün. (hach, ich liebe bildsprache. *gacker*)
    aber, in der tat, manchmal muss man das alles laut aussprechen oder aufschreiben. damit man es nicht vergisst. damit man sich nicht vergisst.
    (apropos vergessen: bei dem wort "vergleichen" hast du ganz oft das "g" vergessen. 😉 )
    wenn man selbst glücklich ist, sind es andere auch, denn glück verteilt sich automatisch.
    in diesem sinne,
    glücksbringende grüße
    die frau s.

    • Antworten
      Annette blick7
      23. Februar 2016, 13:55

      Ach Du meine Güte! Ich sag's ja: Mein Laptop gibt den Geist auf. Erst verabschiedet sich das "e" und jetzt anscheinend auch das "g". Habe die Zeilen nämlich nicht kopiert! Danke für den Hinweis, das bessere ich lieber mal aus…
      Und ja, unser Rasen ist auch grün. Unkrautgrün 😉 Musste sehr schmunzeln, weil ich tatsächlich oft neidisch zum Nachbarn schiele. Das muss aufhören 😉

  • Antworten
    Julia (mammilade)
    23. Februar 2016, 12:52

    Liebe Annette,

    ich habe dein Motto auch genauso wie Pepper verstanden.
    Ich sehe keinen Egoismus in deinem Motto.
    Nur wer bei sich ist, bei sich anfängt, sich selbst reflektiert und mag, kann auch diese Erkenntnisse weitergeben, Dinge positiv verändern, inspirieren…
    Das bedeutet ja nicht, dass der Blick nach Außen dadurch vernebelt ist.
    Ich denke eher, dass er sich dadurch nur positiv verschärft und fokussiert.

    Herzliche Grüße
    Julia

    • Antworten
      Annette blick7
      23. Februar 2016, 13:58

      Deine Worte klingen so weise und so einfach. Ich bin total bei dir – nur die Umsetzung ist dann doch komplizierter gedacht 😉

  • Antworten
    danamas world
    23. Februar 2016, 15:27

    Ach, das kenne ich zu gut, man stellt immer gerne das eigene Licht unter den Scheffel. Das brauchst du aber gar nicht, dein Blog ist genial, deine Produkte bei Dawanda unglaublich toll und ich bin mir sicher, dass du auch ein ganz fantastischer Mensch bist. Ohne dich im echten Leben zu kennen meine ich das einschätzen zu können denn mir bist du sehr sympathisch und ich habe das Gefühl, dass du hier keine falsche Fassade zeigst sondern ganz authentisch bist. genau das liebe ich an deinem Blog!
    Das musste jetzt mal gesagt werden.
    Liebe Grüße, Dani

  • Antworten
    Nessa Bee
    23. Februar 2016, 16:57

    Erstmal ein toller und mutiger Text, denn es gehört meiner Meinung nach sehr viel dazu, so offen zu sagen dass eben mal nicht alles Friede Freude Eierkuchen ist. Und was als Kommentar da zu dir an kam: "caring about others doesnt either". Meine Eltern hätten sich fast getrennt, weil sich meine Mama viel zu sehr in die Probleme anderer Leute heriengesteigert und sie zu ihren eigenen Problemen gemacht hat. Den Part mit dem "kümmern" hast du doch schon zur genüge mit der Erziehung deiner Kinder. Du sorgst dafür, dass die Welt mit neuen Menschen versorgt wird, die das Leben besser machen können. Also sei stolz darauf! 🙂 vielleicht machst du ja einfach alles richtig, und ich denke dass sich viele Leser deines Blogs genau dich als Vorbild nehmen. Hoffentlich kannst du dein Motto gut umsetzen :-*
    Liebste Grüße,
    Nessa

    • Antworten
      Annette blick7
      23. Februar 2016, 21:39

      Ich drück dich, ganz lieben Dank. Aber ich mache mit Sicherheit nicht alles richtig. Das geht ja gar nicht. Muss es auch nicht. Man lernt ja das ganze Leben dazu 😉

  • Antworten
    Christina Boecker
    23. Februar 2016, 21:17

    Liebe Annette,
    so ein schöner, persönlicher Text. Ich habe ihn gern gelesen und spontan gedacht: oje, so ein Kommentar hätte mich auch ganz schön neben den Stiefel gestellt. Weil ich auch so gerne alles um mich herum harmonisch habe, ich mag es, wenn die Welt mit mir zufrieden ist. Ich freu mich deshalb für Dich, dass viele Deiner Leserinnen Dein Jahresmotto als sehr ehrbar verstehen und Dich bestärken. Ich würde gerne noch einen weiteren Aspekt zufügen, an den ich spontan gedacht hatte, als ich Dein Jahresmotto zum ersten mal las. Auch wenn ich mittlerweise denke, dass Du es vielleicht nicht so meinst oder verstehst:
    Mir geht es oft so, dass ich so viel lese, höre, Nachrichten höre, dass mich so vieles beschäftigt, was ich dann doch nicht ändern kann, was mich aber bedrückt, vielleicht sogar runter zieht und in dem hemmt, was ich tun, verändern könnte. Da denke ich manchmal, ich sollte die Nachrichten lieber ausschalten und mich auf das konzentrieren, was ich auch beeinflussen kann (my own shit).
    das soll kein Appell sein, vollkommen uninformiert und politisch desinteressiert durchs Leben zu stolpern – aber die Balance zu finden, manchmal anders zu justieren, tut mir gut.
    und in Bezug auf Kinder: wunderbar, dass Du Deinem Bauch gefühl traust und darauf hören magst und kannst, hoffentlich ohne viele rechtfertigungen. Das klingt sehr glücklich! mach ruhig weiter so.
    viele liebe Grüße von Tina

    • Antworten
      Annette blick7
      23. Februar 2016, 21:40

      Das ist toll, dass du das ansprichst. Mir geht es da tatsächlich so. Bei all den schlechten Nachrichten bekomme ich es schon manchmal mit der Angst zu tun und dann hilft es wirklich, sich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren.

  • Antworten
    verena + hamburg von innen
    25. Februar 2016, 08:47

    Liebe Annette,
    Ich glaube auch, dass es genau so gemeint ist… der Spruch auf Deinem Foto: auf den eigenen Kram konzentrieren und sich nicht von anderen bekloppt machen lassen.
    Das hat mit "self-centred" erstmal wenig zu tun und "caring about others" schließt das überhaupt nicht aus.
    Ich hätte den Kommentar deshalb auch als durchaus gemein empfunden. Aber auch darum solltest Du Dich wohl nicht so sehr kümmern, sondern Dich auf Deinen Kram konzentrieren. Es ist so schwer. Das Nichtvergleichen, Nichteinschüchternlassen, usw.
    Aber vieles einfach erst gar nicht zu lesen hilft ungemein… da bist Du also auf einem sehr guten Weg, wie ich finde 🙂
    Ganz liebe Grüße!

  • Antworten