Leben,So mache ich das

Der Neue bekommt Konkurrenz und ich einen Ohrwurm

Ich möchte Euch heute eine Geschichte aus unserem Leben erzählen.

Donnerstag, 07. August 2014, 12:00 Uhr. Ich komme voll bepackt vom Einkaufen nach Hause und habe Hunger. Kind in den Laufstall, Einkäufe von unten hoch holen. Die Sachen vom dm gleich ins Bad, den Korb gleich in die Küche. Kind im Laufstall Richtung Küche rollen, Handtasche auf den Boden. Wohin fällt mein Blick? Auf den neuen Staubsauger. Der alte hat seinen Geist aufgegeben, endlich ist der neue da, allerdings noch nicht eingeweiht, weil: keine Zeit. Wäre aber dringend nötig. Drum steht er auch schon an der Küchentüre. Damit ich nicht mehr dran vorbei komme. Mein Kind putzt schon den Boden für uns – seine Kleidung gleicht einem Wischmopp. Na toll, dacht ich mir. Ich stecke also mitten im Mama-Hausfrauen-Alltag. Na Servus. Der Traum aller Frauen! Da poppt eine SMS auf dem Handy auf. Die Neugier siegt, ich nehme das Handy aus der Tasche. SMS gelesen, ich lasse mich ablenken von den 12 Mails, die wohl im Lauf des Vormittags rein gekommen sind. Unter anderem schreibt mir Jana. Und wie wenn Jana hellsehen könnte, bietet sie mir eine Kooperation mit einem Online-Startup für den Blog an. Ratet mal was: Helping! Ja, richtig – sie bietet mir eine Haushaltshilfe zum Testen an! Sehr sehr verlockend – vor allem genau in diesem Moment.

Ich überlege kurz. Das ist ja wirklich mal eine andere Bloggeranfrage. Die Wohnung könnte so eine Grundreinigung, wie sie mir angeboten wird, schon auch vertragen. Hach. Der Liebste fände das toll. Ich ja eigentlich auch. Aber: Ich kann mir das einfach beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand Fremdes meine Wohnung putzt. Ich will nicht, dass der meinen Dreck weg macht und ich will nicht, dass der alle Ecken meiner Wohnung sieht. Bin ich dann in dieser Zeit zuhause, oder muss ich dann unterwegs sein? Ein paar unserer Freunde haben Putzfrauen daheim. Ich mag das irgendwie nicht. Bin ich da komisch? Wenn’s nach dem Liebsten gehen würde, hätten wir eine Putzfrau. So aber haben wir den Haushalt aufgeteilt. Er macht Bad, WC, Fenster und Wäsche – ich wische, sauge und gehe einkaufen. Fair, oder? Täglich nehme ich mir vor, der lieben Jana zu antworten. Und täglich habe ich „das bisschen Haushalt macht sich von allein – sagt mein Mann…“ im Kopf. Immer ist aber etwas anderes wichtiger. Putzen zum Beispiel… und wieder summe ich vor mich hin… das bisschen Haushalt…

Heute. Donnerstag, 14. August 2014, 07:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Der Liebste steht mit dem kleinen Mann auf. Ich darf liegen bleiben. So ist das bei uns meistens. Heute hat sich der Liebste den Wecker früher gestellt, weil er das WC putzen will. Naja, eher weil ich gestern gesagt habe, dass ich heute zwei Mal Besuch bekomme und man unser Klo Fremden nicht mehr zumuten kann. Er steht also deswegen früher auf. Ich schlafe noch eine Stunde. Dann wecken mich meine beiden Männer um 08:00 Uhr. Nach einer Weile, noch bevor ich aufstehe, schalte ich mein Handy an und checke, was über Nacht so passiert ist. Was soll schon passiert sein… Instagram… vielleicht eine SMS in Sachen Trauzeugin oder eben ein paar Spam-Mails. Heute aber hat mir um 07:03 Uhr Jana wieder geschrieben. Ob ich denn ihre Mail bekommen hätte und ob ich Interesse an einer Kooperation habe? Ich erzähle dem Liebsten von dieser Anfrage. Und was sagt er? „Cool! Machen die auch Bäder und Fenster?“ War klar, dass das kommt, oder?!  „Kostenlose Haushaltshilfen werden hier angenommen! Das ist ja mal ne tolle Blogger-Anfrage. Die machen sich ja richtig Gedanken. Sehen, dass Du ein Kind hast und denken sich, Du könntest Hilfe benötigen. Sehr cooles Marketing“. Ich summe dann nur… das bisschen Haushalt…

Liebe Jana, ich danke Dir ganz herzlich für Deine Anfrage. Unser neuer Staubsauger hat ganz kurz Konkurrenz bekommen. Aber bitte sei mir nicht böse, ich lehne dankend ab. Ich finde Eure Idee wirklich gut – mein Mann findet sie großartig! Und ich bin mir sicher, dass es unglaublich viele Menschen gibt, die sich über online-vermittelte Haushaltshilfen freuen. Nur für mich ist das leider nichts. Das liegt nicht an Euch, das ist so ein inneres Gefühl.

Euch wünsche ich einen schönen Donnerstag – bei uns ist ja heute schon Freitag…
Lasst es Euch gut gehen.

Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag

Was dir auch gefallen könnte

7 Kommentare

  • Antworten
    Stadt oder Land Eltern
    14. August 2014, 10:37

    Sehr schön geschrieben. Und ich kann dich sehr gut verstehen, Hausarbeit ist auch so gar nicht meins, Fenster wurden hier schon ziemlich lange nicht mehr geputzt etc, aber jemand Fremdes das machen zu lassen, käme für mich einfach nicht in Frage. Liebe Grüße, Antonia

  • Antworten
    stefi b.
    14. August 2014, 11:27

    schade, dass die in unserer region noch nicht vertreten sind. da muss ich wohl noch ein bisschen warten. 🙂 wir haben zwar eine fee, die alle 14 tage kommt, aber nicht immer bin ich mit ihr so richtig zufrieden. das andere hätte ich ja gerne mal probiert. unsere fee macht übrigen nur die bäder, und saugt und wischt das ganze haus. mehr nicht. wobei das genau die unliebsamsten dinge sind. alles andere bekommen wir bzw. ICH noch so unter. herr m. macht dafür hauptsächlich den garten. ich muss sagen, dass ich es schon ziemlich cool finde, nach der arbeit in ein geputztes haus zu kommen. für mich ist das herrlicher luxus. zwischendrin hab ich das alles ja immer noch selber am hals. das reicht mir aber auch. 😉 aber ich gebe zu, es hat etwas gedauert, bis ich unserer fee voll und ganz vertraut habe. das war für mich das schwierigste an der situation.
    feen-saubere grüße
    die frau s.

  • Antworten
    Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter
    14. August 2014, 12:10

    Ich werde heute auch erstmal wieder mit dem Staubsauger durch die Bude tanzen und dabei genau das Lied singen. So macht Hausarbeit tatsächlich Spaß! 😉

  • Antworten
    creat.ING[dh]
    14. August 2014, 12:11

    Liebe Annette,
    bei uns ist es genau gleich. Gewisse Sachen vor allem da sPutzen übernimmt mein Mann und auch das Thema Putzfrau wird bei uns genau gleich diskutiert. Und mir geht es in der Hinsicht genau gleich wie dir, ich bin in dieser Hinsicht also gleich "komisch" wie du, dann sind wir da wenigstens nicht alleine 😉 vielleicht können wir uns das "komisch" sein aber auch nur leisten weil wir beide jeweils einen so tolle Mann haben.
    lg dodo

  • Antworten
    Andrea Pircher
    14. August 2014, 18:37

    Echt genial geschrieben. Ich kann dich gut verstehen, wir haben uns auch gegen eine Putzfrau entschieden.
    Alles liebe
    Andrea

  • Antworten
    Renate K.
    15. August 2014, 13:58

    Liebe Annette,
    dass hast du soooo köstlich und lebendig geschrieben *KLASSE*
    ….. und ja die liebe Hausarbeit, ich persönlich mache meinen /unsern "Dreck" auch lieber persönlich weg. Und mal ehrlich, manchmal können sogar putzen, Staub wischen und aufräumen gut tun 😉
    Ich wünsche dir mit deinen lieben ein rundum gelungenes Wochenende
    gaaaanz <3liche Grüße Renate ;o)

  • Antworten
    Silke Kemper
    3. September 2014, 08:05

    Sehr schön geschrieben! Mir ging es ähnlich wie dir, ich habe diese Anfrage auch bekommen…erst habe ich überlegt ob ich das möchte oder ob es für mich mehr arbeit ist vorher alles "klar Schiff" zu machen als selbst nach und nach die Bude zu putzen, ob ich eben ein Typ dafür bin … dann habe ich mich allerdings etwas schlau gelesen und für mich entschieden das ich es nicht unterstützen möchte wenn "selbstständige" Arbeitskräfte die von Auto bis zur Versicherungen alles selbst bezahlen müssen einen Stundenlohn von 10 € bekommen… das ist für mich ein NoGo und so putz ich immer noch selber 😉

    Liebe Grüße
    Silke

  • Antworten