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Die Weißwurst [mein Bayern]

Heute gibt es wieder einmal einen Beitrag aus der Rubrik: mein Bayern. Weil ich mein Bayern mag und mit Euch Bayern und Nicht-Bayern gerne meine Begeisterung teile. Wir befassen uns heute mit der Weißwurst: Was ist beim Einkauf zu beachten? Wie kocht man sie? Wie isst man sie?

Der Einkauf:
Wer beim Metzger Weißwürste kauft, wird bereits beim Bestellen verraten, ob er ein waschechter Bayer ist oder nur so tut. Weißwürste werden nämlich einzeln bestellt. NICHT paarweise. Wir kaufen also immer „vier Weißwürschd“. [Zum Vergleich: zwei paar Wiener]. Die besten Weißwürste meiner Kindheit gibt’s bei der Metzgerei Axthaler. Da ich aber nun zu weit weg wohne, kaufe ich in München gerne die vom Vinzenz [Auch wenn das viele ganz schlimm finden. Ich mag den Geschmack und die Konsistenz – darauf kommt’s nämlich an.]

Die Zubereitung:
Die Kunst beim Weißwurst-Kochen ist, dass die Haut nicht platzt. Und das ist tatsächlich ein Glücksspiel, wenn man nicht weiß, wie man die Weißwurst richtig zubereitet. Ich mach’s so: In einen Topf mit lauwarmem, eher noch kaltem Wasser gebe ich meine Weißwürste [damit sich die kalten Würste nicht gleich erschrecken, wenn sie ins Wasser kommen] und stelle diesen Topf dann auf den Herd. Dort wird beides gemeinsam erhitzt. Aber nicht volle Pulle. Nur so, dass das Wasser kleine Bläschen bekommt, aber NICHT anfängt zu kochen. Wichtig: Das Wasser darf nicht kochen! Sobald das Wasser kocht, platzen die Weißwürste. So hab ich das von meinem Papa gelernt und so klappt’s immer.

Die Verkostung:
Eine Weißwurst darf das Zwölfuhrläuten nicht hören. Heißt es. Weißwürste werden in der Regel zum Frühschoppen [hat nix mit Shopping zu tun, Ladies!] gegessen. Weißwürste mit süßem Senf, Brezen und Weißbier. Wir nehmen’s nicht ganz so ernst und essen sie auch noch nach zwölf und auch ohne Weißbier. Aber niemals zum Abendessen! So. Und jetzt wird’s spannend.

Wie esse ich die Weißwurst nur um Himmels Willen?
Der Bayer isst sie mit den Fingern. Wurst in die Hand nehmen, in süßen Senf eintauchen und dann zuzeln. Heißt: die Wurst irgendwie so aus dem Darm mit den Zähnen raus quetschen, dass möglichst wenig Fleisch übrig bleibt. Hört sich lustig an, ist es auch. Hab ich nur so gemacht, als ich damals mein Praktikum auf der Baustelle absolviert habe. Wie ein echter Bauarbeiter eben. War eine große Sauerei und hätte ich lieber zuhause üben sollen.
Die meisten mir bekannten Menschen essen die Weißwurst mit Gabel und Messer. Da gibt es dann auch zwei Fraktionen. Die einen [unter anderem ich] halbieren die Wurst der Länge nach, aber nur soweit, dass die Haut an der Unterseite noch ganz bleibt. Dann schabt man gekonnt beide Wursthälften raus, drapiert sie nett auf dem Teller, legt die Haut beiseite und genießt Wurst, Senf [bitte unbedingt immer den besten!] und Breze mit Butter. Die anderen [ich wollte auch einmal zu denen gehören, bin aber gescheitert] schneiden Stück für Stück von der Wurst [wie bei einer Currywurst] und drehen dann im letzten Moment gekonnt das Wurststückchen so, dass die Haut auf dem Teller bleibt. Mir ein Rätsel, wie die das elegant hinbekommen.

Was gibt’s zum Trinken?
Für die Bierliebhaber ein Weißbier.
Und für mich: Spezi! Denn: Spezi ist spitze!

An Guad’n.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Carolin
    16. April 2014, 20:41

    Toller Beitrag!! Als Exil-Bayern genießen wir in Berlin auch unsere Weißwurst und zuzeln (unsere vierjährige Tochter hat es gerade letztes Wochenende erlernt, aber als echtes Münchner Kindl hat sie es auch gleich hinbekommen)…..übermorgen geht es mal wieder nach Bayern – was freu ich mich!!! Liebe Grüße, Carolin

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    Die Raumfee
    16. April 2014, 21:00

    Ich oute mich als Brezn mit Händlmaier-Esserin – noch lieber as Weißwurscht. Im Studium habe ich mit einem Freisinger zusammengewohnt, der von den Heimatwochenenden immer Weißwürste, Brezn, Weißbier und Händlmaier mitgebracht hat fürs Spätstück – seitdem bin ich Fan. 🙂

    Herzlich, Katja

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    Eva
    17. April 2014, 07:07

    Was für eine amüsante Anleitung. Ich schneide die Haut immer ein und ziehe sie mit den Händen ab. Nicht sehr elegant. Das nächste Mal werde ich deine Methode probieren.
    Die Kinderzimmerdeko für den kleinen Mann finde ich total schön. So einen Globus hat meine Schwester auch schon mal gebastelt und da war ich auch schon sehr begeistert. Zusammen mit dem schwarzweißen Karten-M ein wunderbares Stilleben.
    Habt spaßige und erholsame Osterfeiertage, liebste Grüße, Eva

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    ichglaubichstehimwaldorf
    17. April 2014, 07:11

    Ich schneide die Wurst immer oben auf und zieh dann den Darm mit den Händen ab. So wie Eva (: Aber das mach ich eh nur zweimal im Jahr, öfter kann ich keine Weißwurst essen.

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    Annette blick7
    17. April 2014, 11:31

    Ahh Ihr habt Recht! Eure Variante, die Wurst zu essen, hab ich ganz vergessen! So geht's natürlich auch!!! Muss ich am Samstag ausprobieren.

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