Familie,Gedankengut

Wie das so ist, mit dem zweiten Kind schwanger zu sein?

Wie das so ist, mit dem zweiten Kind schwanger zu sein?

Kinderkunst vom kleinen Mann: unsere Familie, der Regenbogen und unser Hausgeist (naja – eigentlich nur irgend ein Geist)

 

Ganz oft werde ich gefragt, wie die zweite Schwangerschaft jetzt im Vergleich zur ersten ist. „Schon besser, oder?“
Es war kein Geheimnis, dass meine erste Schwangerschaft nicht toll war. Ich hatte viele Wehwehchen, zum Glück aber nichts ernstes. Es war einfach richtig anstrengend und ich gleichzeitig richtig ängstlich. Ängstlich gegenüber der Veränderung meines Körpers, vor diesem „alienartigen Gefühl“ in meinem Bauch, vor der Geburt, vor vielen Horrorgeschichten, die man plötzlich von allen Seiten hörte. Es hat schon seinen Grund, warum wir nicht nach eineinhalb Jahren mit dem zweiten Kind gleich nachgelegt haben. Mein Körper musste erst wieder hergestellt werden. Ich hätten schlicht nicht die Kraft gehabt.

Tja und nun? Ist die zweite Schwangerschaft besser oder schlechter?

Sie ist anders. Einfach nur anders.

Nicht besser und nicht schlechter.

Ich bin einfach nicht gerne schwanger, so blöd das klingen mag. Ich freue mich riesig auf unser zweites Kind. Ich bin aber nicht gerne schwanger, ich komme mit all den Hormonen und körperlichen Veränderungen nicht wirklich klar. Und dabei meine ich nicht die zusätzlichen Kilos. Es gibt ja Frauen, die sagen, sie wären gerne noch ganz oft schwanger, weil sie sich in dieser Zeit so gut gefühlt haben. Ich bin da anscheinend einfach nur genau das Gegenteil. Ich fühle mich schlapp, mir ist permanent schlecht, ich bin müde und kämpfe mit Hormonschüben und diversen Eigenheiten meines Körpers. Aber das Gute daran: Dieses Mal sind es andere Wehwehchen. Auch wenn die nicht schön sind, ich bin froh, dass sich nicht alles wiederholt. Wie sagt man doch so schön: Jede Schwangerschaft ist anders. Jede Geburt ist anders. Jedes Kind ist anders. Und das stimmt und find‘ ich richtig gut.

Dieses Mal ist es okay. Ich bin nicht mehr ganz so schlimm ängstlich. Ich sage mir ganz oft:

An Weihnachten ist alles wieder gut.

Im November wird das neue Baby zu uns kommen. Da die Entbindung und das Wochenbett beim letzten Mal alles andere als schön oder gut waren, sehe ich dieser uns bevorstehenden Zeit natürlich skeptisch – und ja, auch ängstlich – entgegen. Aber dieses Mal weiß ich einfach, dass ich auch das schaffen werde und danach meinen Lebenstraum von meiner Familie mit zwei Kindern leben darf. So anstrengend und nervenaufreibend dieses Jahr 2017 auch sein mag, so viel Respekt ich vor der Geburt und dem Wochenbett habe, im Vergleich zum Rest des Lebens ist es eben doch nur eine kleine Zeitspanne, aus der ich gestärkt raus gehen werde. Wir werden das meistern. Eben: wir. Ich bin nämlich nicht alleine. Ich habe ein Kind im Bauch, das seinen Teil dazu beiträgt, und ich habe den Liebsten und den kleinen Mann, die mich mit Liebe überschütten und wir haben eine Familie und Freunde, die uns jederzeit unterstützen und ich habe eine Hebamme, die nach uns schauen wird. Das zusammen ist das Allerbeste, was ich mir für die nächste Zeit nur wünschen kann.

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14 Kommentare

  • Antworten
    Nadine
    11. Oktober 2017, 21:31

    Ach Annette, ich kenn dich überhaupt nicht, folge dir nicht mal regelmäßig (wobei ich hier dieses Jahr regelmäßig reingeguckt hab, um zu sehen, was deine „Bucket List für 2017“ macht und ob es eine weitere Zusammenfassung gibt). Gerade aber hab ich Tränen in den Augen. Hier war es ähnlich, anders, aber ähnlich und ich kann sehr viel von dem was du geschrieben hast, unterschreiben. Hier war von Anfang an ein mindestens zweieinhalb bis dreijähriger Altersabstand geplant, aber nach Schwangerschaft, Geburt und Regeneration, zweijähriger Stillzeit (meistens gerne) – bin ich mittlerweile soweit, dass ich sage. Jetzt nicht, aber wann genau, dass lasse ich auf mich zukommen und einfach die Zeit irgendwann entscheiden. Und ich genieße es in vollen Zügen, dieses Leben jetzt zu dritt. Ich genieße es mit meinem Kind zu leben und Zeit miteinander zu verbringen, zu kichern, und zu denken, was für ein unfassbares Glück und eine halbe Stunde später genervt zu sein, weil der völlig übermüdete Sohn nicht schlafen kann. Genauso genieße ich aber gerade die durch Kita gewonnene Zeit für mich, einfach so wie ich früher, ich sein, an Projekten zu arbeiten, konzentriert zu sein, was zu schaffen, im Flow zu sein.
    Ich wünsche Dir (und euch) alles, alles Liebe und Gute!
    Nadine

    • Antworten
      Annette
      12. Oktober 2017, 10:02

      Ganz lieben Dank, Nadine!
      Ich habe noch vor einem Jahr gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob wir noch einmal ein Kind bekommen werden. Aber dann kam die Zeit, der Wunsch und es hat gleich geklappt. Lass Dir Zeit und hör auf Dich. Es kommt wie’s richtig für Euch ist! Alles Liebe!

  • Antworten
    Inka Chall
    11. Oktober 2017, 22:08

    Das ist wirklich schön geschrieben. Und das Bild ist allererste Sahne. Und Dein Bauch… ist – es tut mir leid, sorry, wegen der Plattitüde – unglaublich grooooß auf diesem Foto! (ein tolles Foto!).
    Ich wünsch Dir und Euch das Allerallerbeste für die nächsten Wochen! <3
    LG /inka

    • Antworten
      Annette
      12. Oktober 2017, 10:03

      Ganz ganz lieben Dank, liebe Inka!
      Der Bauch sieht nicht nur auf diesem Foto groß aus. Der ist riiiiesig! Ehrlich. Erschreckend riesig.

  • Antworten
    8same
    12. Oktober 2017, 06:22

    Mir ging es in vielem, was du schreibst, ähnlich wie Dir. Beim 2. Kind lief die Geburt viel besser und heute wird dieses Kind 18 Jahre alt! Ich wünsche Dir alles Gute für den Rest der Schwangerschaft und drücke die Daumen für die Geburt. Alles Liebe, Sabine

    • Antworten
      Annette
      12. Oktober 2017, 10:04

      Ganz lieben Dank für die guten Wünsche!
      Und herzlichen Glückwunsch!

  • Antworten
    Vivolavita
    12. Oktober 2017, 07:39

    Liebe Annette, ich kann mich nur anschliessen – Ein unglaublich tolles und aussagekräftiges Bild. Sehr schön!
    Und ich kann dich gut verstehen mit dem was du schreibst. Meine Schwangerschaft war auch alles andere als schön (abgesehen das ich gleich zwei von diesen magischen Wundern im Bauch hatte). Jetzt nach fast vier Jahren kommt die Frage nach „noch ein Baby?“, der Wunsch gross und die Angst auch. Nochmal Zwillinge, dabei würde ich gern erfahren wie es ist mit nur einem Kind. So steht man vor Entscheidung!
    Ich wünsch dir auf jeden Fall für die letzten Wochen der Schwangerschaft noch unglaublich viel Kraft. Herzlichst Vivo

    • Antworten
      Annette
      12. Oktober 2017, 10:06

      Ganz lieben Dank, Vivo!
      Lass Dir Zeit und hör in Dich rein. Ich hab mir vor einem Jahr auch noch nicht vorstellen können, nochmal schwanger zu werden. Irgendwann weißt Du, was Du möchtest. Nochmal oder eben nicht. Und beides wird für Eure Familie das Richtige sein. Alles Liebe für Dich!

  • Antworten
    Vroni
    12. Oktober 2017, 21:34

    Liebe Annette,
    ich finde das Familienbild vom kleinen Mann den absoluten Kracher.
    Wie süß er das Baby in Deinem Bauch gemalt hat.
    Ich war bisher “ nur “ einmal schwanger, aber kenne viele von den Gedanken und Sorgen…
    Am Ende wird aber immer alles gut! Und wie geht der schöne Spruch? Wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
    Ich wünsche Dir alles, alles Gute für die nächsten Zeit.
    Lg Vroni

    • Antworten
      Annette
      13. Oktober 2017, 08:13

      Ich mag das Bild auch richtig richtig gerne. Lieben Dank für die guten Wünsche!

  • Antworten
    swig – filz felt feutre
    18. Oktober 2017, 12:00

    Alles Liebe und Gute Euch! Ich fand die Schwangerschaften auch überhaupt nicht die tollste Zeit in meinem Leben und die Geburten genauso wenig. Aber was (seit inzwischen fast 18 Jahren) danach kam schon (meistens 😉
    Herzliche Grüße!

    • Antworten
      Annette
      19. Oktober 2017, 10:21

      Ganz lieben Dank Dir! Das denke ich eben auch. Danach wird es toll, das muss es einfach jetzt wert sein.

  • Antworten
    Tina Anlauf
    20. Oktober 2017, 16:24

    ganz ganz herzliche Glückwünsche Ihnen und Ihrem Mann! das wird schon genau so, wie Sie sagen: ganz anders.
    und Sie sind mit der Empfindung nicht allein: ich habe mich beide male riesig gefreut, schwanger zu sein, weil ich mir die Kinder gewünscht habe. Aber die Schwangerschaft war nie schön, und beide Male ab der Hälfte katastrophal schlimm. nach dem ersten Kind habe ich gesagt, ich würde das zweite gerne irgendwo bestellen und ins Haus geschickt kriegen, nach dem zweiten habe ich meinem Mann gesagt, wenn er noch eins will, muss er es austragen. Aber zwei sind super und machen mich oft auf fast lächerlich-intensive Art glücklich. Das wünsche ich Ihnen auch!

    • Antworten
      Annette
      21. Oktober 2017, 08:03

      Vielen lieben Dank für die netten Wünsche! Ich finde es ja doch irgendwie beruhigend, dass die Schwangerschaft nicht für alle die wunderbarste Zeit ist. Und fast lächerlich intensiv glücklich klingt einfach nur ganz wunderbar!

    Antworten